Mitarbeiterbeteiligungsprogramme (Employee Stock Option Program)

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Gute Mitarbeiter sind teuer, doch die wenigsten Startups können in der Startphase kompetitive Gehälter bezahlen. Bei Startups, die dennoch hochqualifizierte Angestellte anziehen möchten, werden zur Intensivierung und als Kompensation häufig Mitarbeiterbeteiligungsmodelle eingesetzt. In Kooperation mit dem Venture Capital Blog steht Rechtstexperte Dr. Raoul Müller, LL.M. (EUR), M.B.A. hierzu Rede und Antwort.  

Wieso ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm?

Bei Startups, die ihren Mitarbeitern in der Anfangszeit keine hohen Gehälter zahlen können aber dennoch hochqualifizierte Angestellte brauchen werden zur Intensivierung und als Kompensation häufig Mitarbeiterbeteiligungsmodelle eingesetzt. Die Implementierung und Eckpunkte eines späteren Mitarbeiterbeteiligungsprogramms werden häufig schon in einer sehr frühen Phase in der Gesellschaftervereinbarung festgeschrieben.

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Formen der Mitarbeiterbeteiligung

Am häufigsten anzutreffen sind in der folgenden Reihenfolge:

  1. virtuelle Beteiligungsprogramme (vESOP) auf einen Exit und ggf. auch bei Dividendenausschüttungen
  2. direkte oder indirekte Beteiligungen (ESOP)
  3. reine Gewinn- und Ertragsbeteiligungen (Tantieme-Modelle)

Einfluss auf die Bewertung der Gesellschaft

Wird die (spätere) Implementierung eines vESOPs oder ESOPs (im Folgenden ESOP) vereinbart, so beeinflusst dies die Bewertung der Gesellschaft und damit auch den Anteilspreis der Finanzierungsrunde.

Üblicherweise sorgt die Klärung der Frage, wer das Mitarbeiterbeteiligungsprogramm wirtschaftlich im Falle des vESOPs und die kapitalmäßige Verwässerung im Falle eines ESOPs tragen soll für Diskussionsstoff. Nachdem ein (v)ESOP dem Grunde nach der personellen Ausstattung des Gründerteams dient, sind die Investoren häufig der Meinung, dass es vom Gründerteam zu tragen ist, was zu einer niedrigeren Firmenbewertung führt und zu einer stärkeren (wirtschaftlichen) Verwässerung der Gründer. Letztendlich führt ein ESOP stets zu einer (versteckten) Anpassung der Unternehmensbewertung nach unten. Rechnerisch ausgedrückt bedeutet dies, dass der wirtschaftliche Gesamtwert des (v)ESOPs von der Firmenbewertung abgezogen wird.

Wesentliche Grundzüge des ESOPs

Üblicherweise werden in der Gesellschaftervereinbarung die wesentlichen Merkmale des ESOPs festgelegt.

vESOP oder ESOP?

Entweder lässt man die Ausgestaltung als ESOP oder als vESOP offen oder legt sich gleich auf eine Gestaltungsvariante fest.

Der Umfang des (v)ESOPs wird ebenfalls bereits in der Gesellschaftervereinbarung festgelegt und zwar üblicherweise als Prozentsatz zum Stammkapital der Gesellschaft (entweder vor oder nach Durchführung der Kaptalerhöhung der anstehenden Finanzierungrunde).

ESOP T&C

Die tatsächliche Ausgestaltung des vESOPS wird üblicherweise in Rahmenbedingungen, den sogenannten ESOP T&C festgeschrieben, in denen insbesondere die folgenden Sachen geregelt werden:

  1. Berechtigte Personen
  2. Zuteilungsvoraussetzungen
  3. Strike Price / Basispreis
  4. Vesting
  5. Ausübungsverfahren
  6. Gleichstellung mit Stammgeschäftsanteilen, d.h. keine Vorzugsrechte wie Liquidationspräferenz, Downround Protection und im Falle echter Geschäftsanteile weder Stimmrecht in der Gesellschafterversammlung noch Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen

Die Verabschiedung erfolgt regelmäßig durch Gesellschafterbeschluss unter Zustimmung der Investorenmehrheit.

Ausgabe von ESOPs

Die Ausgabe von ESOPs unter den ESOP T&Cs erfolgt regelmäßig durch die Geschäftsführung gegebenenfalls unter Zustimmung des Beirats oder der Gesellschafterversammlung.

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Dr. Raoul Müller LL.M. (EUR), M.B.A.
Raoul ist ein auf Venture-Capital, M&A und allgemeines Gesellschaftsrecht spezialisierter Rechtsanwalt in München und Betreiber der Websiteventure-capital.blog.
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